62017Jul

Fructose-Intoleranz

Normalerweise wird Fruktose über Transportsysteme, die zu den so genannten Glukosetransportern (GLUT5) gehören, resorbiert. Durch einen Defekt oder verringerte Aktivität ist die Aufnahme von Fruktose verringert und folglich die Konzentration im Darm erhöht. Im Dickdarm wird Fruktose dann, ähnlich der Laktose, von Darm­bakterien unter anderem zu Kohlendioxid und Wasserstoff verstoffwechselt, was für die Diagnostik genützt wird, anderseits aber Blähungen verursacht. Dies alles ist aber wissenschaftlich viel schlechter untersucht bzw. belegt als bei der Laktosemalabsorption. Fruktosemalabsorption kann natürlich auch sekundär bei Dünndarm­erkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie etc. auftreten.


Fruktose ist nicht nur in allen Obstsorten in unterschiedlicher Konzentration enthalten, sondern auch in Trocken­obst, Obstsäften, Honig und Diabetikerprodukten. Bei Fruktosemalabsorption müssen auch Zuckeraus­tausch­stoffe gemieden werden. Dazu zählen Sorbit (E 420), Xylit (E 967) Isomalt (E 953), Mannit (E 421) u. Maltit (E 965).
Zu finden sind diese vor allem in zuckerfreien/zuckerreduzierten Süssigkeiten (z.B. Kaugummis, Bonbons…), Light- und Diätgetränken, Diät-Produkten (siehe Etikett), Diabetiker-Produkten (z.B. Marmelade, Schokolade…),
in Arzneimitteln als Trägerstoff und in Süssigkeiten als Süssungs- oder Feuchthaltemittel.


  • Wenn sich trotz Diät keine Besserung einstellt, sollte eine weitere Abklärung erfolgen, da die Fruktoseunverträglichkeit oft mit anderen Krankheiten des Verdauungstraktes vergesellschaftet.
 Gruppe I  Gruppe II   Gruppe III
 Meist ohne Probleme
verträglich
 Manchmal ohne Probleme
verträglich (selber austesten)
Achtung: Süße Fertigprodukte
enthalten
oft Fruchtzucker
 Fast immer mit Problemen
verbunden.
Achtung: Fertigprodukte
enthalten oft Sorbit
 Getränke:  Getränke:  Getränke:
o   Wasser

o   Grüne und schwarze
Teesorten( grüner Tee,
Melisse, Pfefferminz etc.

o   Mineralwässer

o   stark verdünnte und mit
Traubenzucker gesüßte
Fruchtsäfte.

o   Wein (Rotwein wird meist
besserals Weisswein vertragen)

o   Fruchtsäfte: (Apfel- ,
Birnen-,, Aprikosensaft u.a.)
o   Bier (sorbithaltig)
 Kohlenhydrate:  Kohlenhydrate:  Kohlenhydrate
o   Haushaltszucker (1 kg)
mit Traubenzucker
(Dextropur® 1/2 kg) gemischt
Kartoffelno   Reis (poliert)
o   Mais (Polenta)
o   Haushaltszucker

o   Hirse

o   Hafer

o   Roggen

o   Lösliche Ballaststoffe (Pektin)

o   Honig (Fertigprodukte
mit Honig)o
Weizen (Brot, Teigwaren)
o   Unlösliche Ballaststoffe
(Weizenkleie, Leinsamen,
Inulin)o   Vollkornprodukte !
 Eiweissquellen:  Eiweissquellen:  Gemüse
o   Fisch

o   Fleisch

o   Eier

o   Milch und Milchprodukte
(außer bei gleichzeitig
bestehender Laktose-Intoleranz)
o   Soja
o   Kohl und Kohlgemüse
(Kohlsprossen etc.)
o   Bohnen u. Linsen
Zwiebeln, Lauch- und
Lauchgemüse,o   Sauer-
kraut o.   Erdnüsseo   Roh-
kost und ballaststoff-.
reiche Kost
 Gemüsearten:  Obstsorten  Obst:
o   Salate

o   Karotten (gekocht)

o   Tomaten

o   Schnittbohnen

o   Spinat passiert

o   Mangold

o   Erbsen

(auch Marmeladen u. Kompotte)

o   Honigmelonen,

·       Bananen,

·       Mandarinen

·       Orangen

– Alle Kern- und Stein-
obstarten
(Äpfel, Birnen,
Zwetschgen,Kirschen etc.)
– Dörrobst
(Rosinen, Feigen, Datteln,
gedörrte Aprikosen,
Zwetschgen etc.)

Quelle:

  • Patienteninformation von Dr. M. Ledochowski, Internist, A-6020 Innsbruck,
    Tel.: ++43-(0)512- 56 13 50: Fruct1.doc, Version 16.06.0116.06.01 19:23
  • Journal für Ernährungsmedizin 2009; Vogelsang H.; Im Blickpunkt: Laktose-
    und Fruktosemalabsorbtion
  • www.nmutreff-ortenau.de